Sonntag, 18. Mai 2014

[Kathy] Rezension - In allertiefster Wälder Nacht von Amy Mcnamara












Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: cbt
Sprache: Deutsch
Genre: Jugendbuch, Drama
Preis: 8,99 Euro

Kurzbeschreibung

Jeden Tag fährt Wren mit ihrem Mountainbike durch die dunklen Wälder von Maine. Seit dem Unfall, bei dem ihr Freund starb, wohnt sie im Haus ihres Künstlervaters – weit weg von der Mutter und den Freunden. Hier kann sie allein sein, muss nicht reden, wird eins mit dem Schweigen der Wälder. Bis Cal Owen sie fast mit dem Auto überfährt. Cal verbirgt ebenso wie Wren eine schmerzhafte Vergangenheit. Als er Wrens selbstgewählte Isolation zu durchbrechen droht, muss Wren sich entscheiden zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart …

Story

Wren zieht zu ihrem Vater an die Küste, nachdem ihr Freund bei einem Autounfall ums Leben kam und nachdem ihre Mutter sie bedrängt, endlich ihre Trauer hinter sich zu lassen und dem Leben zu stellen. Ihr Vater lässt sie "sein". Genau das was sie will. Überwiegend treibt sie sich in den angrenzenden Wäldern rum, joggt oder fährt Fahrrad.
Dann lernt sie Cal kennen und sehr schnell merkt sie, dass ihr Herz höher schlägt, wenn sie ihn sieht. Cal versucht nicht nur einmal ihre harte Schale zu zerbrechen und beginnt damit bei Wren eine Berg- und Talfahrt der Gefühle auszulösen.

Mir hat das Buch gefallen. Es ist ein emotionales, sehr tiefgründiges Buch, in das man hereingezogen wird. Wren muss sich mit dem Tod, einem Unfall, ihren Eltern und sich selbst auseinander setzen und versucht mit diesen Schicksalsschlägen zu leben.
Es geht eben in erster Linie um den Verlust eines lieben Menschens und wie man damit umgeht, aber auch wie das Umfeld darauf reagiert. Eltern, Freunde, alle, die davon betroffen sind.
Das Buch und die Autorin zeigen, wie Wren versucht aus dem Teufelskreis herauszubrechen und wie schwer es ist nach solchen Vorkomnissen zur Normalität zurückzukehren.

Charaktere

Teilweise haben mich die Charaktere auf die Palme gebracht. Okay, ich weiß nicht, wie es ist, wenn ein wirklich geliebter Mensch von einem geht und ich weiß auch nicht, wie es ist, wenn die eigene Mutter einen wirklich in den Wahnsinn treibt, weil sie sich solche Sorgen macht, aber ich kann Selbstmitleid nicht ertragen. Und Wren schwebt in einem Zustand, in dem sie nicht weiß, ob sie leben soll oder ob sie es nicht kann, weil sie sich noch zu sehr in der Vergangenheit befindet. Was mir gut gefallen hat, war, dass sie sich immer wieder reflektiert, ob ihr Verhalten entsprechend ist und, dass sie sich dann eben doch ändert und aus ihrem kleinen Schneckenhaus rauskommt.
Dabei hilft ihr Cal - Cal ist der Retter in der Not, aber auch er hat ein Geheimnis. Zwar wird dieses Geheimnis schon in den ersten Seiten offenbart, aber in seiner Vergangenheit gab es dazu einige andere Vorfälle, die nach und nach ans Licht kommen. Cal dringt bei Wren durch ihre aufgebaute harte Schale und hofft, dass er ihr Vertrauen gewinnen kann.
Die Eltern von Wren sind geschieden, sie lebt derzeit bei ihrem Vater, um ihrer Mutter zu entfliehen. Ihr Vater hält sich zurück, um Wren nicht ihre gerade erst gewonnene Freiheit wieder zu nehmen. Meiner Meinung nach hält er sich teilweise zu sehr zurück, was er auch am Ende merkt.
Die heimliche Heldin dieses Buches ist Zara. Zara ist eine Kollegin von ihrem Vater, mit der er zusammen arbeitet. Eigentlich nimmt sie wenig Platz in dem Buch ein, aber am Ende erfährt man, dass sie wichtiger war, als man eigentlich denkt...

Schreibstil

Die Autorin schreibt teilweise merkwürdig. Oft sind es halbe Sätze. Anstatt "Ich bin wieder im Haus und mache mir was zu essen." schreibt sie "Bin wieder im Haus. Was essen.". Das ist vermutlich ihr Stilmittel und soll vorallem die Gefühlswelt von Wren beschreiben, eben, dass sie zur Zeit sehr angebunden und wenig mitteilungsfreudig ist, aber bei mir kam das nicht ganz an. Es war mir einfach zu abgehackt und so lese ich nicht so gerne ein Buch.

Cover

Ich liebe das Cover. Ich mag allgemein sehr gerne Cover, auf denen Menschen/Gesichter sind. Das Cover trifft die Story total.

Fazit
Ein tolles, emotionales, tiefgründies Buch, das zeigt, wie schwer es ist einen geliebten Menschen zu verlieren und wie normal es ist, dass hitnerher eben nichts mehr normal ist.
Wer Spannung und Action erwartet, wird enttäuscht. Wer Tiefe und Gefühle erwartet, ist hier genau richtig.

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1 Kommentar:

  1. Ich habe schon ein paarmal geliebte Menschen verloren, und ich bin jedesmal für eine Zeitlang im Selbstmitleid fast ersoffen... Insofern kann ich das schon nachvollziehen - wichtig ist für mich nur, dass man sich irgendwann wieder in den Hintern tritt und weitermacht. ;-)

    Auch wieder eine schöne Rezi, und noch ein Buch für meine Wunschliste. :-)

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